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Kein Job!

Bin ich das nutzloseste Wesen auf dieser Welt? Das mag sich vielleicht jeder schon mehr als einmal gefragt haben. Und falls nicht, dann gratuliere.

Bei einer exorbitanten Bevölkerungszahl von 7,3 Milliarde kein Wunder, dass man sich schon mal etwas verloren vorkommt.

7.6.16 20:09, kommentieren

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Indien und wie ich damit umgehe

Ich habe viel zu lernen, denke ich mir. Ich muss noch viel verarbeiten, denke ich mir, doch wenn ich in Indien bin und das sehe. Das alles, die Armut, die Behinderungen (absichtliche und unabsichtliche), den Schmutz und die "Rückständigkeit", das Lächeln der Menschen, das Geld, das Nicht-Geld, die Religionen... das Leben direkt neben dem Tod, dann denke ich mir, was soll ich noch lernen? Ich kann nichts lernen, nicht ausreichend.

 Viel wichtiger, will ich überhaupt lernen? Werde ich an dem Gelernten nicht zugrunde gehen oder werde ich es schaffen mich perfekt abzustumpfen oder/und eine dachergebrachte patriachiale Denke annehmen, so non-dual und frei, dass ich fast kotzen muss...

 Eine kluge Frau meinte zu mir auf der Reise: "Non-Dulaität steht dir nicht... und mir auch nicht. Du braucht die Dualität... ich auch". Vielleicht ist sie, wie ich es immer tue, viel zu sehr von sich ausgegangen. Vielleicht hatte sie aber auch Recht. Das ist das, was ich auch für mich entdecke. Immer wieder neu.

 Was wir gemeinsam aber entdeckten, zustimmend, dass die Reise trotz dem ganzen Schmutz und Müll für uns innerlich sehr reinigend war. Ohne das wir es speziell steuerten, wir wurden ruhiger.

Man beobachtet sowieso sehr viel auf Reisen, doch Indien ist eine einzige Annahme. Ein einziges Annehmen von Gefühlen, Farben, Elden, Gerüchen, Hitze, Freude, Glück, Verirrung und Leben... und Tod.

Eine weitere Frau auf unserer Reise, meinte: Hier steht Leben und Tod, Krankeit und Leben, Glück und Verlust... ja das alles unperfekt neben einander. Es wird einfach angenommen. Hingenommen. Stehen gelassen. Wir in Europa... undenkbar. Alter, Krankheit, Verlust, Unperfektionismus (auf FB) undenkbar. Oft jedenfalls.

 

Und was habe ich mitgenommen von der Reise? Nicht viel. Ich will wieder hin. Außer Durchfall und einen dankbareren Blick auf mein Leben, leider nicht mehr. Schnell wandelt sich die Dankbarkeit in Ekel, vor allem wenn ich mich mit Themen wie Kapitalismus auf Arté oder diversen anderen Mieseren kopflich beschäftige.

Mich überpackt Ekel vor unsrer Zivilisation, klappt wohl nicht ganz mit der Annahme, vielleicht auch deswegen der Durchfall... Mein Körper will nichts aufnehmen/annehmen... Ach, diese Eso-Spinner.

 Einen tröstenden Gedanken habe ich: Das alles wird sich lösen, hat einen tieferen Sinn und das ist spätestens der Tod, welcher uns alle gleich machen wird.

Selbst die Reichen aus der Kaste, die Geld scheffeln in Indien und sich von Oben bis Unten bedienen lassen. Selbst sie, die sich von Gott gesandt sehen, haben am Ende ... nicht viel und meistens auch keine befriedigende Antwort.

 Welch bösartig tröstenden Gedanken.

 

Und doch, liebe ich die Begegnung mit Menschen :-) Die mir auf der Reise als Gruppe viel gegeben haben. Egal ob muffig alt oder jung und voller Esprit. 

Danke, ich lerne nicht aus und doch bleibt wenig hängen, was nicht schlimm ist. Der Tod mist das eh nicht

Und falls was danach kommen sollte... ja falls, das hat dann sicherlich nochmal ganz andere Paradoxien zu bieten, als unser klägliches kleines Etwas, das nach PERFEKTION strebt in einer Welt voller Elend, Unfairness, Liebe und Freude.

Danke

13.4.15 14:51, kommentieren